21 March 2026, 12:24

Provokante Oper Sancta löst 18 medizinische Notfälle trotz Warnhinweis aus

Plakat für das Théâtre de l'Opéra in Paris mit einer Frau in einem weißen Kleid mit einem blauen Schal, ihre Haare zu einem Dutt gebunden, vor einem tiefblauen Nachthimmel mit Sternen.

Provokante Oper Sancta löst 18 medizinische Notfälle trotz Warnhinweis aus

Provokative Opernpremiere Sancta sorgt für Aufsehen – 18 medizinische Einsätze trotz Warnhinweis

Die umstrittene Neuinszenierung Sancta hat bei ihrer Premiere für Furore gesorgt: Trotz eines deutlichen Trigger-Warnhinweises kam es zu 18 medizinischen Vorfällen. Die von Florentina Holzinger inszenierte Produktion interpretiert die Rolle der Frau in der christlichen Geschichte neu – mit drastischen Bildern, Nacktheit und Anspielungen auf die Wunden Christi. Das Werk ist eine Antwort auf Paul Hindemiths 1921 verbotenes Sancta Susanna, das damals als blasphemisch verurteilt wurde.

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Holzingers Sancta sprengt Genregrenzen, indem es Performance-Kunst mit Oper verbindet – ein Stil, den sie bereits in Ophelia's Got Talent (2022) erprobte. Die Berliner Premiere des Stücks setzte auf fliegende Szenen, kinetische Elemente und den Konflikt zwischen Natur und Technik, während es gesellschaftliche Normen herausforderte. Dirigentin Marit Strindlund, die an beiden Produktionen mitwirkte, betont Holzingers Humor als entscheidend, um die Energie in den intensiven Aufführungen hochzuhalten. Die Unberechenbarkeit der Kunstform empfindet sie als belebend – besonders die spontanen Reaktionen des Publikums.

Sancta setzt diesen provokativen Ansatz fort: Das Werk will aufklären, kritisieren und Debatten anstoßen – vor allem zu Geschlechterungerechtigkeit und historischen Ungerechtigkeiten. Strindlund gab zu, sich an die ungewöhnlichen Bilder und Arbeitsmethoden der Produktion gewöhnen zu müssen. Trotz der polarisierenden Wirkung stößt die Oper auf großes Interesse: Die November-Vorstellungen an der Staatsoper Stuttgart sind bereits ausverkauft.

Die verbleibenden Aufführungen finden am 3., 4. und 5. Oktober statt; für diese Termine sind noch Karten verfügbar.

Die Wirkung der Premiere – inklusive der medizinischen Zwischenfälle – unterstreicht die intensive Wirkung des Stücks auf das Publikum. Sancta nimmt nicht nur ein vor über einem Jahrhundert zensiertes Werk wieder auf, sondern zwingt auch zu neuen Diskussionen über Kunst, Religion und Geschlechterrollen. Mit seiner Mischung aus Spektakel und Gesellschaftskritik hat sich die Oper längst als eines der meistdiskutierten Ereignisse der Saison etabliert.

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