Reformstreit um Regionalliga: Warum der deutsche Fußball gespalten ist
Laila BienReformstreit um Regionalliga: Warum der deutsche Fußball gespalten ist
Ein vorgeschlagener Reformplan für das deutsche Regionalliga-System hat eine hitzige Debatte unter Vereinen und Funktionären ausgelöst. Das sogenannte Regionalmodell, das von einer Arbeitsgruppe unterstützt wird, sieht vor, die Staffeln Nord, Nordost und Bayern zu zwei Ligen zusammenzulegen, während die West- und Südwest-Staffeln unverändert bleiben sollen. Kritiker hingegen halten den Plan für tiefgreifend fehlerhaft und ungerecht gegenüber den betroffenen Vereinen.
Im Mittelpunkt der Kontroverse stehen zwei konkurrierende Vorschläge zur Neuordnung der Regionalliga. Das Regionalmodell, das von einer 13-köpfigen Arbeitsgruppe befürwortet wird, zielt zwar darauf ab, vier Spielklassen beizubehalten, würde jedoch den Nordostdeutschen Fußballverband (NOFV) auflösen, indem dessen Vereine anderen Regionen zugeordnet würden. Dieser Ansatz stößt auf massiven Widerstand.
Hermann Winkler, Präsident des NOFV, bezeichnete das Regionalmodell als "völlig realitätsfremd" und warf dessen Befürwortern vor, Vereine für ihre Kritik zu bestrafen. Er hielt den Plan für "inakzeptabel" und betonte, dass er die eigentlichen Probleme nicht löse. Daniel Meyer, Sportdirektor des Halleschen FC, ging noch weiter und nannte ihn einen "schlechten Scherz", wobei er auf "besorgniserregende Fehleinschätzungen" der Verantwortlichen hinwies.
Demgegenüber erfreut sich das Kompassmodell breiter Unterstützung von rund 70 Vereinen, die sich an der Initiative "Aufstiegsreform 2025" beteiligen. Dieser Alternativvorschlag sieht vor, die vier Staffeln jedes Jahr nach Reiseentfernungen neu zu ordnen, um mehr Fairness zu schaffen. Tommy Haeder, Sprecher der Kampagne, behauptete, dies sei die einzige Lösung, die Veränderungen von allen Ligen verlange und den Fußball vereine. Auch Winkler sprach sich für das Kompassmodell aus und bezeichnete es als die gerechtere Option.
Die Arbeitsgruppe hatte einstimmig beschlossen, an der Vier-Ligen-Struktur festzuhalten, um sicherzustellen, dass alle Regionalliga-Meister weiterhin den Aufstieg in die 3. Liga schaffen können. Doch die tiefen Gräben darüber, wie dies umgesetzt werden soll, haben den Reformprozess in eine Sackgasse geführt.
Das Regionalmodell sieht sich nun massivem Widerstand ausgesetzt, da Kritiker argumentieren, es würde bestehende Strukturen ohne erkennbaren Nutzen zerstören. Das Kompassmodell hingegen hat sich als Favorit der meisten Vereine etabliert, da es ein reisebasiertes System bietet, das als ausgewogener wahrgenommen wird. Wie es im Reformprozess weitergeht, bleibt ungewiss, während sich die Spaltung im deutschen Fußball weiter vertieft.






