04 March 2026, 18:10

Samurai-Meister bringt japanische Kampfkunst nach Lengenwang

Ein offenes Buch aus der Serie "Fünfzig-drei Stationen des Tokaido" von Utagawa Kunisada Toyokuni III/Kunisada III, das eine Zeichnung von zwei Samurai in traditioneller japanischer Rüstung zeigt, einer hält ein Schwert und der andere einen Schild, mit Text in traditioneller japanischer Schrift.

Samurai-Meister bringt japanische Kampfkunst nach Lengenwang

Ryūnosuke Ōtsuka, ein Meister der Samurai-Kampfkunst und Leiter der traditionellen Schule Hokushin Ittō-Ryū Hyōhō, hat seinen Hauptsitz nach Lengenwang in Süddeutschland verlegt. Geboren als Markus Lösch in München, gab er seinen frühen Traum, Schriftsteller zu werden, auf und widmete sein Leben stattdessen der Bewahrung der Samurai-Traditionen, nachdem er mit 18 Jahren nach Japan gezogen war.

Ōtsukas Weg begann mit einer Verletzung, die ihn zwang, das englische Langbogen-Schießen aufzugeben. Daraufhin wandte er sich den japanischen Kampfkünsten zu und trainierte Kendō und Iaidō. Eine entscheidende Wende erlebte sein Leben, als er auf Ōtsuka Yōichirō traf, den damaligen Leiter der Samurai-Schule, der zu seinem Mentor wurde.

2016 übernahm er die Führung der Hokushin Ittō-Ryū Hyōhō und baute sie in mehreren europäischen Ländern aus. Ursprünglich in Tokio ansässig, verlegte er den Schulhauptsitz 2016 nach München, bevor er sich 2025 endgültig in Lengenwang niederließ. Dort veranstaltet er nun regelmäßig Trainingslager und Seminare.

Seine Pläne für das Anwesen gehen über die Kampfkunst hinaus: Ōtsuka möchte einen kulturellen Begegnungsort schaffen – mit einem Freiluft-Dōjō, einem japanischen Schrein und traditionellen Bädern. Zudem plant er Straßenfeste und Gemeinschaftsveranstaltungen im Stil japanischer Traditionen.

Der neue Standort in Lengenwang markiert einen wichtigen Schritt in Ōtsukas Mission, das Erbe der Samurai in Europa zu verbreiten. Zwar wird die genaue Zahl der aktiven Schüler nicht bekannt gegeben, doch die Entwicklung des Anwesens dürfte das Interesse an traditionellen japanischen Kampfkünsten und Kultur weiter steigern. Unter seiner Leitung werden Trainingsangebote und öffentliche Veranstaltungen voraussichtlich weiter ausgebaut.