"Take Back the Night" in Kreuzberg: Proteste gegen Gewalt eskalieren leicht
Anton Bloch"Take Back the Night" in Kreuzberg: Proteste gegen Gewalt eskalieren leicht
Mehr als 2.000 Menschen gingen am Vorabend des 1. Mai in Berlin-Kreuzberg auf die Straße, um an der jährlichen Frauendemonstration Take Back the Night teilzunehmen. Die Veranstaltung zog zahlreiche Teilnehmerinnen an, die gegen rassistische, queerenfeindliche und frauenverachtende Gewalt protestierten. Die Polizei war mit einem Großaufgebot präsent: Rund 1.800 Beamte waren im gesamten Stadtgebiet im Einsatz – sowohl für die Demonstration als auch für die Feierlichkeiten zur Walpurgisnacht.
Die Kundgebung begann am Kottbusser Damm und zog sich durch das Viertel, bevor sie an der Köpenicker Straße endete. Die Teilnehmenden trugen Transparente, skandierten Parolen und forderten ein Ende von Belästigung im öffentlichen Raum sowie der strukturellen Unterdrückung. Im Verlauf des Marsches wurde die Stimmung zunehmend angespannter.
Während der Demonstration wurden Feuerwerkskörper gezündet, und Gegenstände flogen in Richtung der Einsatzkräfte. Die Polizei meldete vier Fälle von Sachbeschädigung, darunter Vandalismus an Privatfahrzeugen und Polizeifahrzeugen. Die Veranstalter entschieden sich, die Kundgebung etwa zehn Minuten früher als geplant zu beenden – vermutlich aufgrund der eskalierenden Ausschreitungen.
Die Behörden schätzten die Zahl der Demonstrationsteilnehmerinnen und -teilnehmer auf etwa 2.600 Personen. Eine Person wurde wegen Beleidigung eines Polizisten festgenommen, schwere Verletzungen gab es bei den Auseinandersetzungen jedoch nicht.
Die Take Back the Night-Demonstration endete unter verschärfter Polizeiaufsicht, wobei die Spannungen hochkochten, es aber zu keinen größeren Zwischenfällen kam. Die Kundgebung lenkte die Aufmerksamkeit auf die anhaltenden Probleme von Sicherheit und Diskriminierung im öffentlichen Raum. Die Polizei wird die Vorfälle im Rahmen der allgemeinen Sicherheitsvorkehrungen für die Maifeierlichkeiten auswerten.






