18 February 2026, 17:14

Thalia Theater inszeniert Prozess gegen die AfD – und entfacht eine landesweite Debatte

Eine Karikatur einer Gerichtsszene mit einer Gruppe von Menschen, die auf Stühlen sitzen und ein Mann in der Mitte steht, ein Tisch mit verschiedenen Gegenständen rechts und ein Text unten, der 'Boney's Trial, Sentence and Dying Speech Europe's Injuries Revenged' lautet.

Thalia Theater inszeniert Prozess gegen die AfD – und entfacht eine landesweite Debatte

Inszenierter Prozess am Hamburger Thalia Theater entfacht neue Debatte über die AfD in Deutschland

Ein inszenierter Gerichtsprozess am Thalia Theater in Hamburg hat die Diskussion über die rechtsextreme AfD in Deutschland neu entfacht. Unter der Regie von Milo Rau versammelte die Produktion Juristen, Politiker und Kommentatoren, um die Frage zu erörtern, ob die Partei verboten werden sollte. Die Veranstaltung ahmte echte juristische Verfahren nach, nutzte aber theatralische Methoden, um das Thema zu erkunden.

Die unter dem Titel "Prozess gegen Deutschland" aufgeführte Inszenierung brachte prominente Stimmen sowohl für als auch gegen ein AfD-Verbot zusammen. Zu den Teilnehmenden zählte unter anderem der bekannte Kolumnist Harald Martenstein sowie Juristen und politische Persönlichkeiten. Einige zogen sich vor der Veranstaltung zurück, überrascht davon, sich plötzlich mit Vertretern der extremen Rechten eine Bühne zu teilen.

Die Verhandlungen wurden von Herta Däubler-Gmelin, der ehemaligen deutschen Justizministerin, geleitet. Nach zwei Tagen intensiver Debatten kam eine siebenköpfige Jury zu dem Schluss, die AfD als rassistisch einzuordnen. Sie empfahl den Behörden, eine mögliche Verbotsprüfung einzuleiten.

Raus Arbeiten verbinden häufig Theater mit realen juristischen und gesellschaftlichen Fragestellungen in Deutschland. Seine Produktionen beinhalten oft Nachstellungen historischer Prozesse, bei denen reale Beteiligte und nicht Schauspieler mitwirken. Kritiker warfen "Prozess gegen Deutschland" jedoch vor, lediglich bestehende mediale Gräben widerzuspiegeln, ohne Grenzen auszuloten oder Rollen infrage zu stellen.

Der inszenierte Prozess endete mit einem symbolischen Appell, die AfD einer weiteren juristischen Prüfung in Deutschland zu unterziehen. Zwar hat die Aufführung selbst keine rechtliche Bindungskraft, doch lenkte sie die Aufmerksamkeit auf die anhaltenden Debatten über den Status der Partei. Gleichzeitig unterstrich die Veranstaltung Raus Ansatz, Theater als Raum für öffentliche und politische Reflexion in Deutschland zu nutzen.