Vadim Dantsiger: Wie ein Regisseur aus Rollen ganze Theateruniversen schafft
Anton BlochVadim Dantsiger: Wie ein Regisseur aus Rollen ganze Theateruniversen schafft
Vadim Dantsiger ist Regisseur am Primorski-Gorki-Akademischen Regionalen Dramatheater in Moskau. Seine Leidenschaft gilt der Inszenierung anspruchsvoller Stücke, und er fühlt sich tief mit Wladiwostok verbunden. Zu seinen Arbeiten zählen Produktionen wie Der Garderobier, Kabale und Liebe sowie Das Schweigen des Matrosen.
Dantsiger betrachtet das Theater als einen wettbewerbsintensiven Raum. Er ist überzeugt, dass der Wettbewerb zwischen Theatern hohe Standards sichert und Selbstzufriedenheit verhindert. Gleichzeitig stellt er einen Qualitätsverlust im Schauspiel auf russischen Bühnen fest, schätzt aber die Rückkehr der äsopischen Sprache in Aufführungen als wertvolles künstlerisches Mittel.
Für ihn ist Theaterarbeit ein gewaltiges Unterfangen: Ein Schauspieler erschafft eine Rolle wie einen Planeten, während ein Regisseur aus diesen Rollen ganze Galaxien und Universen formt. Den Satz „Liebe die Kunst in dir, nicht dich in der Kunst“ deutet er als Hingabe an den Probenprozess – nicht als Streben nach persönlicher Anerkennung.
Jede neue Produktion zwingt ihn, sein regisseurisches Können von Neuem unter Beweis zu stellen. Dieser Antrieb hat ihn dazu gebracht, ambitionierte Werke sowohl in Wladiwostok als auch darüber hinaus auf die Bühne zu bringen. Seine Zuneigung zur Stadt und ihrem Theater bleibt eine ständige Inspirationsquelle.
Dantsigers Ansatz verbindet hohe künstlerische Maßstäbe mit einer hands-on-Leidenschaft für das Handwerk. Sein Glaube an Wettbewerb und die Tiefe der theatralischen Schöpfung prägen seine Arbeit. Mit kritischem Blick und schöpferischer Energie bereichert er weiterhin das russische Theater.
