18 April 2026, 10:24

Wie der Anti-Schnuten-Tag 2012 zum viralen Protest gegen Duckface-Posen wurde

Ein Mann im Anzug spricht in ein Mikrofon an einem Rednerpult, mit einem Banner dahinter und einer Menge davor.

Wie der Anti-Schnuten-Tag 2012 zum viralen Protest gegen Duckface-Posen wurde

Deutsches Comedy-Trio rief 2011 den "Anti-Schnuten-Tag" ins Leben – eine satirische Abrechnung mit einem Fototrend

2011 startete ein deutsches Comedy-Trio den Anti-Schnuten-Tag, um sich über einen damals weitverbreiteten Fototrend lustig zu machen. Die Aktion fand schnell Anklang: Tausende schlossen sich der Kampagne gegen die übertrieben aufreizenden Schmollmund-Posen an. Bereits 2012 hatte sich daraus eine vollwertige Online-Bewegung mit eigener Hymne und Abzeichen entwickelt.

Als "Schnute" (englisch: Duckface) wird eine Pose bezeichnet, bei der vor allem junge Frauen die Lippen spitzen – oft in selbstinszenierten Fotos. Kritiker empfanden diese Geste als gekünstelt und unnatürlich. Daraufhin rief die Comedy-Gruppe Y-TITTY den Anti-Schnuten-Tag ins Leben, um dem Trend entgegenzuwirken.

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Der erste offizielle Aktionstag fand am 22. Juli 2012 statt. Teilnehmer tauschten ihre Profilbilder gegen ein spezielles Anti-Schnuten-Abzeichen aus. Rund 21.000 Menschen machten damals mit.

Das Datum 22/7 war mit Bedacht gewählt: In der amerikanischen Datumsnotation erinnert es an die Näherung der Kreiszahl π (Pi) durch 22/7 – ein Verweis auf den Pi-Näherungs-Tag. Zudem veröffentlichte Y-TITTY eine Hymne auf YouTube, die die Kampagne weiter bekannt machte.

Das Zentrum der Bewegung bildete der Blog antiduckface.com, auf dem Unterstützer ihre Ablehnung der Pose teilten. Die Seite wurde zur Anlaufstelle für alle, die sich für natürlichere Fotos einsetzten.

Der Anti-Schnuten-Tag entwickelte sich zu einer humorvollen, aber treffsicheren Kritik an Social-Media-Trends. Sein Erfolg 2012 zeigte, wie schnell Online-Kampagnen an Fahrt aufnehmen können. Bis heute steht die Aktion für eine Mischung aus Witz und dem Plädoyer für mehr Echtheit in der digitalen Kultur.

Quelle