06 March 2026, 18:29

Wie Städte nachhaltigen Wohnraum durch Umnutzung und Verdichtung schaffen

Ein altes Stadtplan von einer Stadt mit zahlreichen Geb"uden, Stra{\ss}en und Text, der eine vorgeschlagene Entwicklung am unteren Rand anzeigt.

Wie Städte nachhaltigen Wohnraum durch Umnutzung und Verdichtung schaffen

Fachtagung bringt Wohnraumexperten, Kommunalvertreter und Stadtplaner zusammen

Eine kürzlich abgehaltene Konferenz vereinte Wohnraumexperten, kommunale Führungskräfte und Stadtplaner, um Lösungen für die städtische Neugestaltung zu erörtern. Im Mittelpunkt standen die Umnutzung leerstehender Gebäude, die Erweiterung bestehender Viertel sowie die Schaffung neuer Wohnquartiere in Innenstädten. Die Teilnehmer tauschten sich über konkrete Praxisbeispiele aus und diskutierten, wie durch nachhaltiges Bauen dem Wohnraummangel begegnet werden kann.

Vertreter von Wohnungsbaugenossenschaften, Wohnungsunternehmen und Kommunalverwaltungen präsentierten erfolgreiche Projekte. Besonders herausragend war das sanierte Rathaus in Hattersheim, das durch die Wiederverwendung eines Bestandsgebäudes entstand und später unter Denkmalschutz gestellt wurde. Die Anwohner reagierten durchweg positiv auf das Vorhaben.

Die Konferenz rückte zudem die Potenziale älterer Siedlungen aus den 1950er- und 1960er-Jahren in den Fokus. Thomas Steininger von der gewobau Rüsselsheim zeigte auf, wie diese Gebiete verdichtet werden können, ohne Grünflächen zu opfern. Die Stadt Penzberg setzt solche Ideen bereits seit 2020 um: Auf dem ehemaligen Steigenberger-Gelände (über 5.000 Quadratmeter) entstand ein Mehrgenerationenhaus, und eine Schulweiterung wurde auf dem Areal alter Tennisplätze errichtet.

Experten diskutierten auch die Umnutzung brachliegender Flächen – etwa Gewerbegebiete, Büroimmobilien oder sogar kirchliche Liegenschaften – für neuen Wohnraum. Markus Staedt berichte, wie eine stillgelegte Klinik in Homberg/Efze in ein nachhaltiges Wohnquartier verwandelt wurde. Dr. Michael Bruder betonte, wie wichtig es sei, bestehende Bausubstanz und Materialien wiederzuverwenden, um die Wohnraumnachfrage zu entlasten.

Nachhaltigkeit zog sich als roter Faden durch die Veranstaltung, mit Vorträgen zu Holzbauweise, recycelten Baustoffen und barrierefreier Gestaltung. Staatssekretärin Ines Fröhlich rief zu einem kontinuierlichen Austausch zwischen Behörden und Projektverantwortlichen auf, um Herausforderungen zu identifizieren und praxistaugliche Lösungen zu entwickeln.

Die Tagung präsentierte anschauliche Beispiele gelungener Stadterneuerung – von umgenutzten Verwaltungsgebäuden bis zu umgebauten Klinikstandorten. Die Teilnehmer nahmen Strategien für Verdichtung, Materialwiederverwendung und gemeinwohlorientierte Planung mit. Diese Ansätze zielen darauf ab, den Wohnraumbedarf zu decken, ohne Grünflächen oder denkmalschützerische Werte zu gefährden.

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