20 February 2026, 00:53

Wiesbaden gedenkt der Opfer rechtsextremer Gewalt – fünf Jahre nach Hanau

Eine Gruppe von Menschen hält Schilder und Plakate in der Hand und steht vor einem Gebäude, während zwei Personen im Vordergrund sitzen und ein Müllcontainer rechts zu sehen ist, während einer Demonstration in Deutschland.

Wiesbaden gedenkt der Opfer rechtsextremer Gewalt – fünf Jahre nach Hanau

Gedenkveranstaltung in Wiesbaden ehrt Opfer rechtsextremer Gewalt in Hessen – fünf Jahre nach dem Anschlag von Hanau

Unter dem Motto "Hanau – Kein Einzelfall" findet in Wiesbaden eine Gedenkveranstaltung für die Opfer rechtsextremer Gewalt in Hessen statt. Die Initiative fordert die offizielle Anerkennung aller Menschen, die seit 1945 Ziel extremistischer Angriffe wurden, und eine gründlichere Aufarbeitung der Versäumnisse im Zusammenhang mit den Morden von 2020 – darunter die Polizeireaktion und blockierte Notausgänge.

Die Veranstaltung beginnt um 18:00 Uhr mit einer Eröffnungsrede von Wiesbadens Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende. Im Anschluss spricht Sascha Schmidt über die lange Geschichte rechtsextremer Gewalt in Hessen. Mindestens 21 Menschen kamen seit 1945 im Land durch solche Angriffe ums Leben – sieben von ihnen werden bis heute nicht als offizielle Opfer anerkannt.

Im Mittelpunkt der Gedenkfeier stehen die neun Menschen, die am 19. Februar 2020 in Hanau von einem Rechtsextremisten ermordet wurden. Gewürdigt wird auch Ibrahim Akkus, ein Überlebender des Anschlags, der im Januar an den damals erlittenen Verletzungen starb. Gleichzeitig hält der Hessische Landtag eine stille Gedenkminute ab.

Die Aktivistengruppe "Omas gegen Rechts Wiesbaden" fordert eine lückenlose Aufklärung des Hanau-Anschlags. Offene Fragen betreffen unter anderem die ausgefallene Polizeinotrufleitung und die verschlossenen Notausgänge während der Tat. Bundesweit dokumentiert eine Installation des Thalia Theaters in Hamburg 479 Todesopfer rechtsextremer Gewalt seit 1945 – 65 von ihnen sind bis heute namentlich unbekannt.

Die Veranstaltung unterstreicht den anhaltenden Kampf um Aufklärung und Anerkennung in Hessen. Sie rückt die 21 Menschen in den Fokus, die im Land durch rechtsextreme Gewalt ihr Leben verloren – sieben von ihnen harren noch immer der offiziellen Würdigung. Die Organisator:innen betonen, dass die Morde von Hanau kein Einzelfall waren, sondern Teil eines langjährigen Musters extremistischer Gewalt in ganz Deutschland.