Wiesbadener Karneval: Warum die "Zugen(d)te"-Ente jetzt zur Gans wird
Anton BlochWiesbadener Karneval: Warum die "Zugen(d)te"-Ente jetzt zur Gans wird
Wiesbadener Karnevalsumzug: Traditioneller Schlusswagen gerät in Markenstreit
Eine langjährige Tradition beim Wiesbadener Karnevalsumzug ist in eine rechtliche Grauzone geraten. Der Abschlusswagen, lokal als "Zugen(d)te" bekannt, hat einen Streit mit dem Nachbarn Mainz über seinen Namen ausgelöst. Nun reagieren die Veranstalter mit Änderungen, um eine Eskalation zu vermeiden.
Seit fast zwei Jahrzehnten bildet die "Zugen(d)te" den Abschluss des Wiesbadener Schmotzigen-Donnerstags-Umzugs. Die Figur, die traditionell einer Ente ähneln soll, signalisiert wie das Rosenmontagsfinale in Mainz das Ende des Zuges. Doch in diesem Jahr geriet das Design des Wagens in die Kritik.
Bei genauerem Hinsehen erinnerte die Figur weniger an eine Ente als vielmehr an eine Gans – oder gar an einen Straßenkehrer mit Besen und weißen Federn. Guntram Eisenmann, künstlerischer Leiter der organisierenden Gruppe Dacho, räumte das Problem ein und entschied sich für eine Umbenennung in "Gans am Ende". Zudem entfernte er die ursprüngliche Beschriftung, um weiteren Konflikten vorzubeugen.
Auslöser der Kontroverse war eine Beschwerde von Hannsgeorg Schönig, Präsident des Mainzer Karnevalsvereins. Der Name "Zugen(d)te" ist in Mainz als Marke eingetragen, sodass die Nutzung durch Wiesbaden rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen könnte. Um eine Auseinandersetzung zu vermeiden, setzte Eisenmann auf eine schnelle Umbenennung.
Der Wagen wird seine traditionelle Rolle im Umzug nun unter neuem Namen fortsetzen. Die Änderung sichert das Fortbestehen der Tradition – ohne juristische Verwicklungen. Die Veranstalter hoffen, dass die Anpassung die Aufmerksamkeit wieder auf das Feiern lenkt und nicht auf Streitigkeiten.