Deutsche Industrie im Januar mit deutlichem Produktionsrückgang – doch Experten bleiben gelassen

Anton Bloch
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Ein Diagramm auf einem weißen Hintergrund mit der Überschrift "Die Vorteile der gestiegenen Produktivität der letzten 35 Jahre sind nicht an die Mittelschicht gegangen".Anton Bloch

Industrieproduktion und Bestellungen im Januar gesunken - Deutsche Industrie im Januar mit deutlichem Produktionsrückgang – doch Experten bleiben gelassen

Deutsche Industrie verzeichnet im Januar deutlichen Rückgang bei Nachrichten – doch Experten warnen vor voreiligen Schlussfolgerungen

Die deutsche Industrie erlebte im Januar einen deutlichen Einbruch: Sowohl die Produktion als auch die Neuaufträge gingen spürbar zurück. Der Rückgang folgte auf eine starke Nachfragespitze zum Jahresende 2023, als die Bestellungen das höchste Niveau seit 2021 erreichten. Ökonomen betonen jedoch, dass die aktuellen Nachrichten nicht zwingend auf langfristige Probleme hindeuten.

Die Industrieproduktion sank im Januar im Vergleich zum Vormonat um 2,5 Prozent. Betroffen waren zahlreiche Branchen, darunter Pharmazie, Computerausrüstung, Elektronik und optische Erzeugnisse. Auch die Metallproduktion verzeichnete einen spürbaren Rückgang, während der Tiefbau um 7,5 Prozent einbrach – vermutlich bedingt durch frostige Wetterverhältnisse.

Einziger Lichtblick war die Energieerzeugung, die um über 10 Prozent zulegte. Analysten führten diesen Anstieg auf die ungewöhnlich kalten Temperaturen und die damit verbundene höhere Nachfrage zurück. Insgesamt ging die Gesamtproduktion im verarbeitenden Gewerbe – inklusive Bau und Energie – jedoch um 0,5 Prozent zurück.

Auch die Auftragseingänge brachen im Januar ein: Sie stürzten um 11,1 Prozent ab. Ohne Großaufträge lag der Rückgang allerdings bei nur 0,4 Prozent. Trotz des monatlichen Einbruchs stiegen die Bestellungen im Dreimonatsvergleich um 7,4 Prozent (bzw. 1,5 Prozent ohne Großprojekte).

Der Rückgang folgte auf einen starken Dezember, in dem die Auftragseingänge im Jahresvergleich um 15,4 Prozent zulegten. Besonders dynamisch entwickelte sich der Investitionsgütersektor mit einem Plus von 19,8 Prozent. Aber auch Branchen wie Metallverarbeitung, Fahrzeugbau und die elektro-digitale Industrie verzeichneten deutliche Zuwächse. Treibende Kräfte waren dabei inländische Infrastrukturprojekte, Rüstungsausgaben sowie die Auslandsnachfrage.

Sebastian Dullien, wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), relativierte die Januar-Zahlen: Sie seien "nicht unbedingt besorgniserregend" und könnten eher kurzfristige Schwankungen als strukturelle Probleme widerspiegeln. Steigende Energiepreise und die Spannungen im Nahen Osten prägen weiterhin die wirtschaftliche Gesamtlage.

Die aktuellen Nachrichten zeichnen ein gemischtes Bild der deutschen Industrie: Zwar gab es im Januar deutliche Rückgänge bei Produktion und Aufträgen, doch der starke Vormonat deutet eher auf Volatilität als auf einen klaren Abwärtstrend hin. Energiekosten und geopolitische Faktoren bleiben entscheidend für die weitere Entwicklung des Sektors.

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