Sachsen verliert Apotheken in Rekordtempo – ländliche Versorgung bedroht
Raphaela HermighausenSachsen verliert Apotheken in Rekordtempo – ländliche Versorgung bedroht
Apotheken in Sachsen schließen in alarmierendem Tempo – Gesundheitsversorgung in Gefahr
In Sachsen schließen Apotheken weiterhin in besorgniserregendem Ausmaß, was Sorgen um die künftige medizinische Versorgung aufwirft. Göran Donner, Präsident des Sächsischen Apothekerverbandes, warnt, dass dieser Trend die flächendeckende Gesundheitsversorgung – insbesondere in ländlichen Regionen – bedroht. Als Hauptgrund für den Rückgang nennt er finanzielle Schwierigkeiten, nicht etwa Personalmangel.
Zwischen 2016 und 2020 verlor Sachsen 36 Apotheken. Danach beschleunigte sich das Schließungstempo: Von 2021 bis 2025 machten weitere 85 Betriebe dicht. Allein im vergangenen Jahr schlossen 13 Apotheken, was jedoch eine leichte Verbesserung gegenüber den Vorjahren darstellte.
Donner betont, dass wirtschaftliche Zwänge die Hauptursache seien. Viele Apotheken könnten unter den aktuellen Bedingungen schlicht nicht überleben. Ohne finanzielle Stabilität seien sie nicht in der Lage, die erweiterten Dienstleistungen umzusetzen, die im Apothekenreformgesetz vorgesehen sind.
Der Verbandspräsident warnt zudem, dass weitere Schließungen ländliche Gemeinden ohne grundlegende medizinische Versorgung zurücklassen könnten. Sollte sich der Trend fortsetzen, befürchtet er, sei die zuverlässige Versorgung mit Medikamenten und Beratung in der gesamten Region nicht mehr gewährleistet.
Der anhaltende Rückgang der Apotheken setzt das sächsische Gesundheitssystem unter Druck. Donners Warnungen verdeutlichen das Risiko von Versorgungslücken, vor allem außerhalb der Ballungsräume. Ohne Gegenmaßnahmen könnten die finanziellen Belastungen, die die Schließungen vorantreiben, die Art und Weise, wie die Bevölkerung medizinische Unterstützung erhält, grundlegend verändern.






